Donnerstag, 06 April 2023 08:25

Die Gesundheit im Fokus: Der Themenpark „Gesundheit“

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Jeder kennt sie noch: die schaukelnden Liegen des Themenparks. Nach einem langen und anstrengenden EXPO-Tag wollte ein jeder Besuchende sich im Themenpark „Gesundheit“ entspannten und nahm für auch gerne einmal sechs Stunden Wartezeit auf sich. Die Idee zu diesem Teil der Weltausstellung basierend entfernt auf einem Zitat von Arthur Schopenhauer, der einmal sagte: „Gesundheit ist zwar nicht alles, aber ohne Gesundheit ist alles nichts“. Erst wenn man krank ist, weiß man, was Gesundheit ist, weshalb der japanische Szenographe Toyo Ito so seine Grundidee entwickelte.

Wellbeing und Entspannung

Die Grundthese der Ausstellung lautete: Gesundheit ist mehr als die Abwesenheit von Krankheit. Vielmehr ist sie ein Zustand des vollkommenen physischen, psychischen und sozialen Wohlbefindens. Gesundheit wurde als ein komplexes System erlebt, das den verschiedensten Einflüssen unterliegt. Der „Raum der Ruhe“ war dabei ein großes EXPO-Highlight. Nicht etwa, weil man dort eine spektakuläre Ausstellung vorfand, sondern wegen der ganz besonderen Entspannungsliegen, welche Toyo Ito eigens für die Ausstellung entworfen hatte.

Insgesamt verbrachten die Besuchenden übrigens rund fünf Millionen Minuten auf den 120 Ruhe-Liegen des meditativen Hauptraumes. Wie begeistert die Menschen dabei waren, zeigte sich an den schriftlichen Anfragen, ob und wo man denn diese tollen Liegen kaufen könne.

Das aber die Liegen alleine noch keine Entspannung ausmachten, zeigt aber ein Blick in den Ausstellung, denn die gesamte Rauminszenierung betonte die meditative Grundidee. Durch eine völlige Reduktion der Architektur auf nichts anderes als Farbe und Licht, blieben die Besuchenden für sich alleine.

Vereinzelte Videos bildeten das einzige Zugeständnis an den Zeitgeist der medialen Moderne. Doch diese Videos sollten weder informieren noch unterhalten, sondern waren integraler Bestandteil der Installation. In einem künstlichen See brachen sich die Spiegelungen der Videobilder und verstärkten das allumfassende Gefühl des Wohlbefindens. Das manche Menschen aber aus ihrer Meditation nicht ganz erwachten, verdeutlichte der See aber auch. Sehr oft mussten die Sicherheitskräfte zur Hilfe eilen, weil jemand hineingefallen oder gelaufen war.

Um dem Bedürfnis nach Information über konkrete Daten und Fakten dennoch Rechnung zu tragen, war die Preshow bewusst informativ gehalten. Dies zeigte sich insbesondere bei Schulklassen wieder, welche gerade diesen Ausstellungsbereich aufsuchten.

Besuchende entwickelten Ausstellung weiter

Der Themenpark zeigte aber auch, wie man Besuchende aktiv in die Ausstellungsgestaltung mit einbinden kann. Es waren nämlich ihre Ideen, die nach und nach - und ohne, dass es von den Ausstellungsmachern geplant gewesen wäre - ihre ganz eigene Installation in der Ausstellung aufbauten. Die eigentlich nur rhetorisch gestellte Frage „Und wie lautet Ihre Definition für Gesundheit?“, formuliert auf einer der 27 Skulpturen im sogenannten „Wald des Wissens“, regte viele Menschen dazu an, ihre ganz eigene Definition zu notieren. So wurde später dann ein Kartensystem installiert, dass den Besuchern erlaubte, ihre Meinung frei und unbeschränkt zu äußern.

Die Ausstellung, die einerseits Gesundheit erleben ließ, andererseits auf die großen gesundheitspolitischen Herausforderungen verwies, war ein Wagnis. Aber der Spagat ist geglückt und die Botschaft der Ausstellung, nämlich das Gesundheit für alle Menschen da sein muss, ist von vielen Menschen verstanden worden.

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